Die Gemüseinsel Reichenau im Untersee, dem nach Südwesten ausgerichteten Teil des Bodensees, gehört nicht nur zum Weltkulturerbe der UNESCO, sie genießt auch unter Windsurfern einen hervorragenden Ruf.
Dies liegt vor allem an ihrer besonderen Lage. Die Insel hat mehrere Surfspots zu bieten, der für Ein- und Aufsteiger aber am besten geeignete befindet sich an der Stirnseite der Insel, direkt neben dem örtlichen Campingplatz "Sandseele".
Der in dieser Region vorherrschende Westwind bläst das Rheintal hinauf, das mit seinen hügeligen Flanken wie eine Düse wirkt, und trifft dann direkt auf den Surfspot an der Westseite der Insel.
Speziell bei niedrigem Wasserstand bietet der Spot einen ausgedehnten Bereich mit stehtiefem Wasser. Da der Wind hier auflandig in eine Bucht bläst, besteht keinerlei Gefahr abzutreiben.
Ein kleiner Kieselstrand bietet Platz zum Aufbauen, Parkplätze sind in unmittelbarer Nähe ausreichend vorhanden. Der hier ansässige Surfclub WSC Reichenau bietet seinen Mitgliedern eine eigene Wiese zum Aufriggen direkt am Wasserzugang, ein Clubgelände mit Clubhaus und Materiallagerungsmöglichkeiten.
Zu beachten gilt es am Surfspot "Sandseele" nur zwei Aspekte. Linker Hand des Kieselstrandes reicht ein kleines Mäuerchen bis ca. 50m ins Wasser hinein. Bei niedrigem Wasserstand reicht sie dann bis kurz unter die Wasseroberfläche. Hier haben schon viele Surfer beim Überfahren der Mauer ihre Finne abgebrochen. An dieser Stelle sollte man also lieber mal ein wenig zu früh absteigen, als zuspät.
Rechter Hand des Kieselstrandes ist in den Sommermonaten eine mit rot-weißen Bojen deutlich gekennzeichnete Badezone eingerichtet. Das Surfen in der Badezone ist verboten. Daher einfach vom Kieselstrand aus ca. 40-50m hinaus laufen, und man hat freie Fahrt in alle Richtungen.
Sollte sich ein Sturm ankündigen, werden Wassersportler rechtzeitig vorher durch die um den ganzen See verteilten Sturmwarnleuchten gewarnt. Also wenn die Blinklichter auf der gegenüberliegenden Seeseite zu leuchten beginnen heißt es "raus aus dem Wasser".
Das Restaurant des Campingplatzes lädt dann mit seiner wunderschönen Terasse, zum gemeinsamen "Après-Surf" mit lokalen Spezialitäten ein. Der Kinderspielplatz bietet auch dem Nachwuchs noch ausreichend Gelegenheit zum Toben.
Von der B33 weisen unübersehbar Schilder auf den Abzweig zur Insel Reichenau hin. Über den Damm kommt man auf die Insel und folgt einfach der Hauptstraße bis nach Mittelzell.
In Mittelzell macht die Straße direkt an der großen Sparkasse einen scharfen Linksknick, hier fährt man einfach geradeaus weiter richtung Niederzell.
Kurz vor Niederzell macht die Straße wiederum einen scharfen Linksknick, dem man diesmal folgt. Die zweite Abbiegung auf der rechten Seite ist dann schon die Zufahrt zum Campingplatz. Hier befinden sich die Parkplätze, der Kieselstrand am Ende der Zufahrtsstraße.